Was soll das alles hier…?

Ich kann euch sagen, dass mich solche Fragen irgendwie schon immer beschäftigt haben. Ganz besonders die nach dem Sinn und dem Warum. Und weil das quasi Grundlagenforschung ist, womit wir uns hier beschäftigen und ich damit leicht Gefahr laufe, aufgrund der erhöhten Gedankengeschwindigkeit, abzudriften, brauche ich einen ganz konkreten Anfangspunkt. „Der tägliche Kampf“ klagte ein Freund, wäre für ihn so anstrengend, dass er einen Sinn dahinter nicht mehr erkennen könne – Guter Anfangspunkt.. danke dafür 🙂

Ja, das hab ich lange Zeit auch so empfunden. Der tägliche Kampf gegen mich selbst oder gegen die Welt hat mich aber krank gemacht, unzufrieden, klagend, kontrolliert und letztlich hab ich mich selbst verloren. Aber der Mensch ist ja leider dumm. Der Verstand nützt in solch einer Lage recht wenig, um sich davon zu befreien. Es zählt einzig und allein die Fähigkeit zu leiden. Und erst wenn die Schwelle erreicht ist, wo das Leiden einem so großen Schmerz bereitet, dass man glaubt, keine Bewegung mehr machen zu können, fängt man an, was zu ändern. Das ist aber dann für gewöhnlich die Talsohle und damit der tiefste zu erreichende Punkt und auf den nächsten Gipfel ist es unabsehbar weit. Tja.. Aber meistens siegt der Selbsterhaltungstrieb und das war der Zeitpunkt, an dem ich endlich beschlossen habe, glücklich zu sein.
Und hier bin ich dann auch bei der Frage: Was soll das alles hier? Was ist der Sinn?
Und meine Antwort heißt: ich glaube nicht, dass es einen äußeren Sinn auf der Welt für unser Dasein gibt. Wir sind hier, um zu sein. Der Sinn kann nur aus uns selbst kommen. Es hat keiner gefragt, ob ich hier leben will oder in Afrika, ob ich ein Junge oder ein Mädl sein will, ob ich ein Mensch oder ein Schmetterling sein will. Ich bin das, was ich bin. Ich kann nix dran ändern. Und so ist es mit allem anderen auch. Also entweder versuche ich einen Zustand nach meinen Vorstellungen zu verändern und wenn das nicht geht, dann muss ich ihn akzeptieren. Klagen ist verschwendete Energie und glücklicher wird man dadurch auch nicht. Ich will nicht immer auf der Suche nach dem Glück sein, nicht ständig in der Warteschleife hängen, denn das was ich erlebe, erfahre, sehe, höre, rieche, what ever, das alles kann ich entweder lieben oder hassen. Das ist MEINE Entscheidung! Und ich wäre doch dumm, wenn ich mich fürs hassen entscheide.. Oder fürs unzufrieden sein. Und somit mache ich mich frei von allen Zwängen, schlechten Gedanken – ein Loslassen dessen, was mich quält. Und das ist für mich Selbstbestimmung – Glück ist für mich eine Frage der Entscheidung, nicht der Umstände.
Und somit ist es letztlich egal, was ich tue im Leben. Ich bin nicht fatalistisch – ganz im Gegenteil. Ich denke, ich bin der einzige, der mein eigenes Leben gestalten kann – nicht das Schicksal. Und ich glaube auch nicht, dass man alles so hinnehmen muss, wie es ist. Aber ich denke, das Leben gibt dir Aufgaben und manche kannst du lösen und andere nicht. Und solange man intensiv lebt und man sein Herzblut in das legt, was man erreichen will, ist auch eine nicht gelöste Aufgabe kein Versagen. Aber ja.. dass das alles einfach ist, will ich keinesfalls behaupten. Das ist ein lebenslanger Weg und eine tägliche Übung.

Remember then there is only one important time, and that time is now. The most important one is always the one you are with. And the most important thing is to do good for the one who is standing at your side. For these, my dear boy, are the answers to what is most important in this world. That’s why we are here…

Ich will Liebe…

Ja, leidenschaftlich soll man leben – einen anderen Weg einzuschlagen wäre fatal und kostet dich irgendwann dein Selbst. Ich habe immer versucht nach genau diesem Grundsatz zu leben und habe festgestellt, dass es sich immer um ein Alles oder Nichts handelt. Die Leidenschaft zur Grundmotivation allen Handeln und Denkens zu machen, erfordert nicht nur ein ALL IN, sondern auch das Leben in Extremen. Sieg oder Niederlage – was anderes als diese beiden Extreme ist dann nicht mehr möglich. Naja über Sieg muss man nicht viel diskutieren – das befriedigt jeden und läßt Wachstum zu. Aber eine Niederlage ist bei dieser Herangehensweise eben genauso wahrscheinlich wie ein Sieg. Und das bedeutet, dass man leidet. Sehr leidet.
Und grade in der Liebe geht sowas echt an die Substanz. Ich komme mir manchmal vor, als hätte ich in meinem Leben noch nie eine Person getroffen, die mich tatsächlich liebt. Nun gut, meine Eltern, klar. Aber eine Person, mit der ich alles teilen würde oder nein, falsch, der ich alles geben würde, was ich habe, und die mir genau dieselben Gefühle entgegen gebracht hätte, habe ich noch nie gefunden.
„In guten, wie in schlechten Zeiten“ heißt es doch sinnigerweise. Wer aber ist denn bereit, auch die echten schlechten Zeiten mit jemandem zu teilen? Mir ist noch nie jemand begegnet! Von den guten Zeiten wollen alle was ab haben, da wollen alle von meinem Glück ein Stück haben. Aber in den echt schlechten? Da hör ich immer nur „da musst du selbst mit klarkommen“, „da kann ich dir nicht helfen“, „du bist mir zu schlecht drauf“, „das ist doch krank, ein Therapeut kann dir sicher helfen“. Aber Leute, ich scheiß auf solche Kommentare von Menschen, die nicht wissen, was es bedeutet, jemandem zur Seite zu stehen, jemanden zu unterstützen, jemanden zu lieben…..! Da bin ich lieber allein! Auf mich kann ich mich wenigstens verlassen – immer!
Ich will und kann nicht immer stark sein. Ich will und kann nicht immer alles runterschlucken. Ich will und kann nicht immer nur ein vorzeigbares Weiblein sein. Und ich will und kann mich nicht dauernd verstellen. ABER: ich will und kann auch nicht auf Leidenschaft verzichten! Und das bedeutet, dass ich mich immer wieder in solchen Situationen wiederfinden werde, weil ich immer alles aufs Spiel setze. Letztlich bin ich also selbst Schuld an meiner Misere. Aber will ich ein Pendeln um den Nullpunkt nur um ein eventuelles Scheitern zu vermeiden? Diese Frage muss ich nicht beantworten, denke ich…..

here i am..

„Es gibt Tage, da möchte man nicht aufstehen..“ Klassisch so ein Anfangssatz. Allerdings auch laaaaangweilig. Und wenn das hier ein Vorstellungsgespräch wäre, in dem man einen ersten Eindruck hinterlassen will, der möglichst positiv und interessant ist, dann ist das sicher der falscheste aller falschen Textanfänge. Nun, wie könnte dann ein Angang aussehen? Grübelgrübel… Nicht unter Druck setzen, denn das blockiert nur die Gedanken und führt unweigerlich zu der Angst, ich könnte ja vielleicht doch ein langweiliger Mensch sein, weil ich keinen spontanen Geistesblitz für interessante Textanfänge auf die Reihe bringe. Aber sei es drum – oder einfach: ist doch scheiss egal! Ein Platzhalter genügt doch auch, denn Anfänge sind wie Schall und Rauch und daher eh gleich vergessen. Also wähle ich in diesem Fall: Blablablubberblabla. Hervorragend! Für Blogs und Blubber genau das Richtige!

Nein.. Ein Minimalanspruch könnte ja schon enthalten sein in so einem Blog – heisse Luft wird genügend produziert. Und ja, selbst wenn es genau das wäre – wir sollten uns vielleicht alle nicht so wichtig nehmen. Ein Leben ist alles und leider auch nichts – alles eine Frage der Perspektive. Nur manchmal, eben an Tagen wie diesen, kommt man mit dem „Alles und Nichts“ in Konflikt. Man fragt sich, warum man sich grad gar nicht leiden kann oder warum man alles grade so massiv problematisch empfindet. Letzlich und im Verhältnis gesehen, ist es doch lächerlich. Doch die Emotio glaubt immer, dass sie in den Mittelpunkt gehört. Reativ ist da mal gar nichts. Kommt aber die Ratio mit ins Spiel, glaubt diese wiederum, der Emotio den Kampf ansagen zu müssen. Dieses Engelchen- und Teufelchenspiel ist anstrengend, führt zu nichts und verdeutlich nur die Tatsache, dass man sich als Mensch leider immer in diesem Zwiespalt sehen muss – sofern man über beide Seiten verfügt.  Und wenn ich mich persönlich betrachte, dann trifft das für mich mal ziemlich zu 100% zu. Eine allwährende Herausforderung zwischen Allem und Nichts… also los gehts.. ich stelle mich.. here I am…